5. August 2020

Champions League für Brych und Zwayer

Beim Wiederbeginn der Champions League am Freitag wurden zwei deutsche Schiedsrichter-Teams für die ausstehenden Rückspiele im Achtelfinale angesetzt.

Felix Brych leitet dabei das Spiel zwischen Manchester City und Real Madrid. Das Duell sollte trotz eines 2:1-Hinspielsieges für die Engländer etwas Spannung bieten. Es ist bereits Brychs zehntes Spiel mit Beteiligung der "Königlichen". Nach Manchester begleitet ihn ein gewohntes Team, nämlich Mark Borsch und Stefan Lupp als Assistenten sowie Bastian Dankert und Marco Fritz als Video-Assistenten. Daniel Siebert ist als Vierter Offizieller mit dabei.

Felix Zwayer kommt beim Rückspiel zwischen Juventus Turin und Olympique Lyon zum Einsatz, das nach einem knappen Hinspielsieg der Franzosen noch mehr Spannung verspricht. Sein Team in Italien besteht aus Thorsten Schiffner und Marco Achmüller, sowie den Video-Assistenten Christian Dingert und Tobias Stieler und dem Vierten Offiziellen Anastasios Sidiropoulos aus Griechenland.

Ansetzungen für die deutschen Teams:
Schachtar Donezk - VfL Wolfsburg: Ivan Kruzliak (Slowakei, Elite)
Bayer Leverkusen - Glasgow Rangers: Danny Makkelie (Niederlande, Elite)
FC Basel - Eintracht Frankfurt: Antonio Mateu Lahoz (Spanien, Elite)
Bayern München - FC Chelsea: Ovidiu Hategan (Rumänien, Elite)

7. Juli 2020

Zwayer, Brych, Stegemann und Dingert leiten Relegationsspiele

Felix Zwayer, einer von den drei international am höchsten klassifizierten Bundesliga-Schiedsrichtern, wurde für das Hinspiel der Bundesliga-Relegation zwischen Werder Bremen und dem 1.FC Heidenheim angesetzt. Der 39-jährige Berliner wird auch sonst für Topspiele im DFB-Bereich angesetzt, weswegen die Nominierung keine Überraschung darstellt. Für Zwayer ist es das zweite Bundesliga-Relegationsspiel nach 2014 (HSV-Fürth). Die Bremer hat er zuletzt vor fünf Wochen bei ihrem Sieg auf Schalke gepfiffen, darüber hinaus mussten die Norddeutschen in dieser Saison aber auch zwei Niederlagen unter Zwayers Leitung hinnehmen (gegen Düsseldorf und im Pokal in Frankfurt). Insgesamt ist ihre Bilanz unter Zwayer leicht positiv (7S-2U-6N). Für die Heidenheimer ist die Bilanz hingegen leicht negativ (1S-1U-3N), in dieser Saison gab es Niederlagen in Regensburg und Hannover. 
Seine Assistenten werden, wie üblich, Thorsten Schiffner und Marco Achmüller sein, die beide eine sehr lange Anreise haben. Als Vierter Offizieller ist Robert Schröder dabei, der diese Rolle in dieser Saison bereits 9 Mal und damit (neben Petersen) am häufigsten von allen 1.BL-Schiedsrichtern übernommen hat. Video-Assistent ist der verletzungsbedingte Spezialist Benjamin Brand, mit 32 Einsätzen in der ersten Liga der Rekordhalter in dieser Saison. Er wird unterstützt von Christian Bandurski.

Auch für das Rückspiel hat der DFB einen UEFA-Elite-Schiedsrichter ausgewählt. Das entscheidende Spiel um den letzten Bundesligaplatz zwischen dem 1.FC Heidenheim und Werder Bremen leitet der 44-jährige Bayer Felix Brych. Für ihn ist es das zweite Relegationsspiel zur 1. Bundesliga nach 2013 (Hoffenheim - Kaiserslautern). Die Heidenheimer hat er in dieser Saison 2 Mal gepfiffen, dabei gab es zwei Siege. Auch insgesamt ist die Bilanz der Württemberger unter Brych positiv (4S-3U-1N). Von Bremen leitete Brych in dieser Saison ein Unentschieden und einen Auswärtssieg, ebenso ist die Gesamtstatistik leicht positiv (12S-10U-10N).
Brych wird, wie seit Jahren üblich, von Mark Borsch und Stefan Lupp assistiert. Als Vierter Offizieller agiert mit Daniel Schlager wiederum ein Aufsteiger von 2018. Brychs "Landsmann" Robert Hartmann und Markus Sinn sind die Video-Assistenten.

Für das Hinspiel der Relegation zur 2. Bundesliga zwischen dem 1.FC Nürnberg und dem FC Ingolstadt wurde mit Sascha Stegemann ein weiterer FIFA-Schiedsrichter angesetzt. Für den 35-Jährigen ist es insgesamt bereits das vierte Relegationsspiel. Nürnberg trifft zum siebten Mal auf Stegemann, bisher mit 2 Siegen, 1 Unentschieden und 3 Niederlagen, darunter eine gegen Wehen in dieser Saison. Ingolstadt konnte unter seiner Leitung bisher 2 Siege feiern, musste bei 5 Unentschieden aber auch 4 Niederlagen hinnehmen. Das letzte Aufeinandertreffen war im Juli 2017.
Die Rheinland-Pfälzer Mike Pickel und Christian Gittelmann, der Frederick Assmuth im üblichen Gepann ersetzt, übernehmen am Dienstag die Rolle der Assistenten. Mit Nicolas WInter, 
der in dieser Saison am häufigsten als Vierter Offizieller in der Bundesliga angesetzt wurde, unterstützt ein weiterer Pfälzer das Gespann. Als Video-Assistenten helfen Frank Willenborg und Henrik Bramlage mit.

Für das Rückspiel zwischen dem FC Ingolstadt und dem 1.FC Nürnberg wurde Christian Dingert ausgewählt, der mit seinem schon vierten Einsatz ebenfalls ein Relegations-Spezialist ist. Der 39-Jährige hat bisher 11 Spiele der Ingolstädter geleitet, die dabei eine ausgeglichene Bilanz haben (4S-3U-4N), die letzte Begegnung war eine Heimniederlage gegen Paderborn im Oktober 2018. Nürnberg hat schon viel Erfahrung mit diesem Schiedsrichter und dabei eine leicht negative Statistik (8S-2U-10N), zuletzt mit einer Auwärtsniederlage im März 2019 in Hoffenheim.
Am Samstag assistieren der neu spezialisierte Assistent Benedikt Kempkes, da Tobias Christ seine Karriere wohl schon beendet hat, sowie Dingerts gewohnter Partner Timo Gerach. Die Funktion des Vierten Offiziellen übernimmt in Ingolstadt Alexander Sather, während Tobias Reichel und Michael Emmer das Gespann als Video-Assistenten komplettieren. Damit sind vier Zweitliga-SR der abgelaufenen Saison im Einsatz.

6. Juli 2020

Badstübner steigt in die Bundesliga auf, Kampka steigt ab

Florian Badstübner wird für seine guten Leistungen in den letzten Jahren belohnt und steigt in die Bundesliga auf. Der 29-jährige Student aus Windsbach (Bayern) hat seit 2016 35 Spiele in der 2. Bundesliga geleitet. Außerdem stand er in 30 Bundesliga-Spielen als Assistent an der Linie, meistens im Team von Benjamin Cortus.

Den Platz dafür freimachen muss Robert Kampka, der als erster Schiedsrichter seit Markus Wingenbach 2012 in die zweite Liga absteigt. Der 38-Jährige kam seit 2016 zu 35 Spielen in der 1. Bundesliga, konnte die DFB-Führung aber anscheinend nicht genügend überzeugen.

Matthias Jöllenbeck und Tobias Reichel sollen "vereinzelt" ebenfalls in der 1. Bundesliga Spiele leiten, bleiben aber noch auf der Zweitliga-Liste.

Die Liste der Schiedsrichter für die 2. Bundesliga werden hingegen Benedikt Kempkes (34, 33 2.BL-Spiele seit 2016) Robert Kempter (32, 97 2.BL-Spiele seit 2008), Johann Pfeifer (36, 18 2.BL-Spiele seit 2017) und Rene Rohde (39, 58 2.BL-Spiele seit 2013) verlassen.  Kempkes, Kempter und Rohde setzen ihre Karriere als spezialisierte Assistenten in der 1. Bundesliga fort, während Pfeifer in Zukunft nur als Video-Assistent in der 2. Liga eingesetzt wird.

Es wird keine Aufsteiger aus der 3. Liga geben, die Zweitliga-Liste wird also um 20% reduziert. Allerdings sollen Patrick Hanslbauer und Florian Lechner in der kommenden Saison Probespiele auf dem höheren Level erhalten.

Mit Philipp Hüwe aus Coesfeld (Westfalen) steigt zudem ein Assistent in die erste Liga auf. Der 30-Jährige hat seit 2017 in 35 Spielen im Unterhaus assistiert, am häufigsten bei Martin Thomsen und Sven Waschitzki.

Von der Assistenten-Liste gestrichen werden müssen hingegen Tobias Christ und Holger Henschel. Der 44-jährige Christ stand seit 2008 bei 188 Bundesliga-Spielen an der Linie, vor allem in den Teams von Peter Sippel, Jochen Drees und Christian Dingert. Von 2007 bis 2014 war Christ zudem Zweitliga-Schiedsrichter und kam dort zu 55 Einsätzen. Henschel hat sogar noch mehr Erfahrung vorzuweisen, denn er wurde seit 2005 in 209 Erstliga-Partien als Assistent eingesetzt. Seine Gespannführer waren dabei Babak Rafati, Michael Weiner, Patrick Ittrich, Frank Willenborg und Sven Jablonski. Zudem war der 47-Jährige auch international unterwegs, u.a. bei 7 CL- und 32 EL-Spielen. Seine Karriere als Schiedsrichter endete 2009 nach 48 Spielen in 6 Saisons in der zweiten Liga.

4. Juli 2020

Welz leitet das Pokalfinale

Tobias Welz wird das Pokalfinale zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München am heutigen Samstag leiten. Der Hesse stand bis letztes Jahr auf der FIFA-Liste, wurde aber vorzeitig von dieser genommen, weil er - auch wegen seiner wiederholten Verletzungen - international wenig Perspektive hatte. Auch national haben die Verletzungsprobleme seine Entwicklung gehemmt und ihn möglicherweise das Pokalfinale im Vorjahr gekostet.  Er hat in dieser Saison - ebenfalls wegen einer Verletzung - nur sechs ganze Bundesliga-Spiele leiten können, dabei keines der beiden Finalisten. Insgesamt hat Welz seit seinem Aufstieg 2010, der nach sechs Jahren in der Zweiten Liga geschah, bisher 105 Bundesliga-Spiele geleitet. International stellen 4 Europa-League-Spiele und 3 Pflicht-A-Länderspiele das Highlight für den 42-Jährigen dar.
Bayer Leverkusen hat unter Welz' Leitung eine ausgeglichene Statistik. In 13 Spielen in Liga und Pokal gab es dabei 5 Siege, 3 Unentschieden und 5 Niederlagen.. Die Bilanz von Bayern München unter Welz ist - wie bei den meisten Schiedsrichtern - klar positiv, mit 13 Siegen bei 2 Niederlagen und 1 Unentschieden, dabei war noch kein DFB-Pokalspiel. Für die Münchener gab es noch keinen Platzverweis vom Final-Schiedsrichter, während Karim Bellarabi 2018 (gegen Bayern) die Rote Karte von Fritz gezeigt wurde.
Die Assistenten von Tobias Welz sind mit Rafael Foltyn und Martin Thomsen die beiden, die ihn auch in der Bundesliga regelmäßig begleiten. Foltyn kommt wie Welz aus Hessen, ist 35 Jahre alt und stand seit 2012 128 Mal in der Bundesliga an der Seitenlinie. Thomsen gehört zum Fußballverband Niederrhein und ist mit 34 Jahren der Jüngste im Finalgespann. Seit 2013 hat er in 72 Bundesliga-Spielen assistiert. Für die Ordnung bei den Trainerbänken und die Durchführung der Auswechslungen wird Patrick Ittrich aus Hamburg zuständig sein, der diese Rolle bereits 2018 ausgefüllt hat. Als Video-Assistent wurde der Berliner Felix Zwayer nominiert, der in dieser Funktion unter anderem auch an der letzten WM teilgenommen hat. Ihn unterstützt sein gewohnter SRA2 Marco Achmüller, der aus Bayern kommt.

Frauen-Pokalfinale:
Nadine Westerhoff, Sina Diekmann, Annika Paszehr, Kathrin Heimann

Bundesliga-Schiedsrichter am letzten Spieltag der 3. Liga:
Waldhof Mannheim - FSV Zwickau: Robert Hartmann, Thomas Stein, Simon Marx
SV Meppen - Eintracht Braunschweig: Guido Winkmann, Christian Bandurski, Fynn Kohn
1.FC Magdeburg - Preußen Münster: Frank Willenborg, Holger Henschel, Tim Skorczyk
1860 München - FC Ingolstadt: Markus Schmidt, Elias Tiedeken, Steffen Grimmeißen
Würzburger Kickers - Hallescher FC: Martin Petersen, Markus Sinn, Tobias Endriß
Chemnitzer FC - Hansa Rostock: Benjamin Brand, Roman Potemkin, Matthias Lämmchen

26. Juni 2020

34. Spieltag: CL-Entscheidung mit Cortus und Aytekin, Abstiegsentscheidung mit Dankert und Osmers

Für die entscheidenden Spiele des letzten Spieltags hat sich der DFB für die folgenden Schiedsrichter entschieden: 

Das 85km-Fernduell um die Champions League leiten die beiden Franken Benjamin Cortus und Deniz Aytekin. Während der UEFA-Elite-SR Aytekin natürlich immer für solche Spiele in Frage kommt, dürfte es bei Cortus die Belohnung für eine solide Saison darstellen. 

Die beiden entscheidenden Spiele im Abstiegskampf leiten mit Bastian Dankert und Harm Osmers zwei SR, die bei der UEFA in der Second Category geführt werden und eine überwiegend gute Saison hinter sich haben. Dankert muss dabei - erstmalig in dieser Saison - auf Stamm-Assistent Rene Rohde verzichten, der vermutlich noch seinen achten Zweitliga-Einsatz erhalten soll. Dafür bekommt er mit Jan Seidel einen zweiten FIFA-Assistenten dazu. Bei Osmers wird Thomas Gorniak wegen der Beteiligung seiner Heimatstadt Bremen durch Holger Henschel ersetzt. Für den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter aus Braunschweig dürfte das 209. altersmäßig wohl das letzte Bundesliga-Spiel sein. 

Die Entscheidung um Platz 6 (direkte EL-Gruppenphase ohne Qualifikationsrunden) übernehmen Guido Winkmann und Patrick Ittrich

Außerdem ist erwähnenswert, dass Benjamin Brand nach über zwei Jahren Verletzungspause sein Comeback feiern darf.

Die kompletten Schiedsrichteransetzungen des 34. Spieltags:

Datum
Anstoß
Spiel
Schiedsrichter, Assistenten, 4.Offizieller, Video-Assistenten
 27.06.2020
15:30
Borussia Dortmund -            TSG HoffenheimGuido Winkmann, Christian Bandurski, Arno Blos, Arne Aarnink, Daniel Siebert, Guido Kleve
27.06.2020
   15:30Bayer Leverkusen -              FSV MainzBenjamin Cortus, Florian Heft, Thomas Gorniak, Sven Waschitzki, Tobias Stieler, Mike Pickel
27.06.2020
15:30
Borussia Mönchengladbach - Hertha BSCDeniz Aytekin, Christian Dietz, Eduard Beitinger, Nicolas Winter, Robert Hartmann, Michael Emmer
27.06.2020
15:30
VfL Wolfsburg -                Bayern MünchenPatrick Ittrich, Norbert Grudzinski, Sascha Thielert, Lasse Koslowski, Sören Storks, Christian Fischer
27.06.2020
15:30
Eintracht Frankfurt -              SC PaderbornBenjamin Brand, Frederick Assmuth, Jan Neitzel-P., Patrick Alt, Günter Perl, Christian Gittelmann
27.06.2020
15:30
Werder Bremen -                1.FC KölnBastian Dankert, Markus Häcker, Jan Seidel, Martin Thomsen, Daniel Schlager, Thomas Stein
27.06.2020
   15:30SC Freiburg -                Schalke 04Martin Petersen, Alexander Sather, Markus Sinn, Christian Leicher, Markus Schmidt, Dominik Schaal
27.06.2020
15:30
FC Augsburg -                        RB LeipzigFelix Brych, Mark Borsch, Stefan Lupp, Michael Bacher, Robert Kampka, Marcel Pelgrim
27.06.2020
15:30
Union Berlin -                  Fortuna DüsseldorfHarm Osmers, Holger Henschel, Robert Kempter, Robert Schröder, Tobias Welz, Rafael Foltyn

Weitere Ansetzungen für Bundesliga-Schiedsrichter:
VfB Stuttgart - Darmstadt 98: Bibiana Steinhaus, Katrin Rafalski, Lothar Ostheimer, Tobias Fritsch - Sören Storks, Markus Wollenweber
Hamburger SV - SV Sandhausen: Frank Willenborg, Tim Skorczyk, Tobias Endriß, Lukas Benen - Daniel Schlager, Michael Emmer
Holstein Kiel - 1.FC Nürnberg: Sven Jablonski, Henry Müller, Fynn Kohn, Eric Müller - Daniel Siebert, Thomas Stein
Arminia Bielefeld - 1.FC Heidenheim: Manuel Gräfe, Guido Kleve, Marcel Pelgrim, Oliver Lossius - Robert Hartmann, Felix-B. Schwermer
Greuther Fürth - Karlsruher SC: Marco Fritz, Fabian Maibaum, Andreas Steffens, Robin Braun - Martin Thomsen, Christian Fischer
Wehen Wiesbaden - FC St. Pauli: Christian Dingert, Tobias Christ, Timo Gerach, Marcel Schütz - Markus Schmidt, Dominik Schaal
FSV Zwickau - Chemnitzer FC (Mi): Daniel Siebert, Jan Seidel, Stefan Lupp
Hansa Rostock - KFC Uerdingen (Mi): Bibiana Steinhaus, Fynn Kohn, Konrad Oldhafer
Viktoria Köln - Würzburger Kickers (Mi): Sören Storks, Christian Bandurski, Fabian Maibaum
Bayern München II - MSV Duisburg (Mi): Daniel Schlager, Dominik Schaal, Manuel Bergmann
Preußen Münster - SV Meppen (Mi): Sven Jablonski, Thomas Gorniak, Daniel Riehl
ARIS Saloniki - PAOK Saloniki: Felix Zwayer, Thorsten Schiffner, Marco Achmüller, Athanasios Tzilos - Sascha Stegemann, Reinhart Buxbaum

25. Juni 2020

33. Spieltag: Rückblick

Ein Rückblick auf die Schiedsrichtertätigkeit am vorletzten Bundesliga-Spieltag, während sich die Saison ihrem Ende nähert.

Beginnen wir mit den wichtigen Spielen im Kampf gegen den Abstieg:

Manuel Gräfe in Mainz - Bremen
Der Schiedsrichter rechtfertigte seine jüngste Ansetzung für ein wichtiges Spiel; seine typisch großzügige Zweikampfbewertung kombiniert mit einer guten disziplinarischen Kontrolle und einem sehr gut gesehenen Weiterspielen bei einer Strafstoßszene am Ende; allgemein sehr gut.
Bulischiri: Es sollte ein Strafstoß verhängt werden; allerdings kann die Nichteinmischung des VAR gerechtfertigt sein, wenn der Schiedsrichter die Situation klar gesehen hat.
Law 5: Ein sehr gerissenes Foul durch den Verteidiger, das zu einem Strafstoß führen sollte - insbesondere, wenn der Angreifer den Ball erreichen wollte (Wahrscheinlichkeit: sehr hoch). Da der Schiedsrichter wahrscheinlich nach Bedränge-/Haltefouls Ausschau hielt und unbewusst nach Oberkörperkontakten suchte, ist es sehr wahrscheinlich, dass er die Situation nicht richtig wahrgenommen hat (Erwarten-Wahrnehmen-Erkennen-Problematik). Der Videobeweis ist ein hervorragendes Instrument zur Korrektur verständlicher Wahrnehmungsfehler auf dem Spielfeld und hätte eingreifen müssen.

Daniel Siebert in Fortuna Düsseldorf - Augsburg
Mit Hilfe des VAR, der ein Düsseldorfer Tor wegen eines vorherigen Handspiels korrekt aberkannte(6'), lieferte der Schiedsrichter in diesem für den Abstieg wichtigen Spiel eine starke Leistung ab.

Robert Hartmann in Hoffenheim - Union Berlin
Kein interessantes Spiel für den Schiedsrichter; gut.

Christian Dingert in Köln - Eintracht Frankfurt
Mögliche Strafstöße (7', 8') und Rote Karte (58', für ein mögliches grobes Foul) stellen zumindest keine klaren Fehler dar, insgesamt war der Schiedsrichter solide.

Sören Storks in Bayern München - Freiburg 
Leichtes Spiel, gute Leistung.
Bulischiri: Es sollte ein Strafstoß verhängt werden, aber der VAR sollte nicht eingreifen, da der angreifende Spieler keine Chance hatte, den Ball zu erreichen (und es könnte als normales Verhalten bei Standardsituationen angesehen werden).
Law 5: Es wäre besser, wenn ein Strafstoß verhängt würde und der VAR eingreifen würde (klarer für alle), aber im DFB-Paradigma (und im UEFA-Paradigma) war es besser, dass der VAR das Weiterspielen bestätigte.

Felix Brych in Hertha Berlin - Bayer Leverkusen
Strenge Spielleitung, der Schiedsrichter hat sich zwar einige Male in seiner Bewertung geirrt, aber alles in allem eine gute Leistung.

Sascha Stegemann in Schalke - Wolfsburg
Gute Leistung in einem Spiel, in dem der Schiedsrichter nicht herausgefordert wurde.

Felix Zwayer in Leipzig - Dortmund
Großzügige Spielleitung, die dazu beigetragen hat, ein intensives Spiel zu fördern, wo die Spieler weitgehend in einer fairen Art und Weise aufgetreten sind.
Es ist interessant, darüber zu spekulieren, was den Schiedsrichter anscheinend dazu bewogen hat, seine Meinung zu ändern, da er nach seiner Roten Karte griff, bevor er die geringere Sanktion aussprach.
Bulischiri: Die Rote Karte wäre die richtige Entscheidung, aber der VAR liegt richtig, nicht einzugreifen (niedriger Kontaktpunkt; das Bein, das den Kontakt herstellte, war nicht ganz gerade).
Law 5: Eine klare Rote Karte für grobes Foulspiel, die gegeben werden sollte, da der Schiedsrichter einen guten Einblick in das Tackling hat; VAR sollte eingreifen, wenn dies nicht der Fall ist. Es besteht kein Grund, eine klare Situation zu verkomplizieren.

Tobias Welz in Paderborn - Gladbach
Einen Strafstoß wegen Beinstellen (55') und eine Gelb-Rote Karte wegen mangelnden Respekts (66') waren beide korrekt, erstere Szene wurde vom Schiedsrichter sehr gut gesehen. Auch sonst eine gute Leistung.

Und schließlich eine Zusammenfassung von drei Spielen aus der 2.Bundesliga:
Matthias Jöllenbeck hatte einen guten Nachmittag, das Spiel Nürnberg - Stuttgart wurde überraschend mit einem 2. BL-Schiedsrichter besetzt, und er zeigte eine gute Leistung in einem einseitigen Spiel; Heidenheim - Hamburg hatte ein sehr dramatisches Ende mit enormen Auswirkungen auf das Aufstiegsrennen, war aber kein wirklich herausforderndes Spiel für Deniz Aytekin, dessen VAR ein Tor in der zweiten Halbzeit zu Recht wegen eines Handspiels aberkannte; und bei seiner kürzlichen Rückkehr von seiner Verletzung übernahm Benjamin Brand die Leitung des wichtigen Spiels zwischen dem Karlsruher SC und Arminia Bielefeld und vergab zwei Strafstöße, die die Heimmannschaft zum Unentschieden führten - in der 70' für Beinstellen (eher falsch für Bulischiri, der Meinung von Law 5 nach sehr gut gesehen) und in der 88' für Schlagen, wobei der VAR feststellte, dass der Verstoß innerhalb des Strafraums stattfand.

20. Juni 2020

33. Spieltag: Abstiegskampf mit Gräfe und Siebert

Die kompletten Schiedsrichteransetzungen des 33. Spieltags:

Datum
Anstoß
Spiel
Schiedsrichter, Assistenten, 4.Offizieller, Video-Assistenten
 20.06.2020
15:30
Bayern München -                SC FreiburgSören Storks, Thorben Siewer, Marcel Pelgrim, Arno Blos, Guido Winkmann, Christian Fischer
20.06.2020
   15:30RB Leipzig -                  Borussia DortmundFelix Zwayer, Thorsten Schiffner, Marco Achmüller, Alexander Sather, Bastian Dankert, Sascha Thielert
20.06.2020
15:30
1899 Hoffenheim -              Union BerlinRobert Hartmann, Christian Leicher, Thomas Stein, Michael Bacher, Marco Fritz, Thomas Gorniak
20.06.2020
15:30
Fortuna Düsseldorf -              FC AugsburgDaniel Siebert, Lasse Koslowski, Jan Seidel, Christian Bandurski, Günter Perl, Norbert Grudzinski
20.06.2020
15:30
Hertha BSC -                    Bayer LeverkusenFelix Brych, Mark Borsch, Stefan Lupp, Robert Schröder, Sven Jablonski, Benedikt Kempkes
20.06.2020
15:30
FSV Mainz -                    Werder BremenManuel Gräfe, Guido Kleve, Markus Sinn, Benjamin Cortus, Tobias Reichel, Michael Emmer
20.06.2020
   15:30Schalke 04 -                          VfL WolfsburgSascha Stegemann, Mike Pickel, Frederick Assmuth, Nicolas Winter, Frank Willenborg, Christof Günsch 
20.06.2020
15:30
1.FC Köln -                    Eintracht FrankfurtChristian Dingert, Tobias Christ, Timo Gerach, Christian Gittelmann, Bibiana Steinhaus, Markus Häcker
20.06.2020
15:30
SC Paderborn -            Borussia MönchengladbachTobias Welz, Rafael Foltyn, Martin Thomsen, Holger Henschel, Sven Waschitzki, Dominik Schaal

Weitere Ansetzungen für Bundesliga-Schiedsrichter:
1.FC Heidenheim - Hamburger SV: Deniz Aytekin, Eduard Beitinger, Christian Dietz, Tobias Fritsch - Robert Kampka, Thomas Gorniak
Darmstadt 98 - Wehen Wiesbaden: Markus Schmidt, Nikolai Kimmeyer, Timo Klein, Mitja Stegemann - Sven Waschitzki, Christian Fischer
VfL Bochum - Greuther Fürth: Martin Petersen, Dominik Schaal, Florian Exner, Patrick Kessel - Patrick Ittrich, Felix-B. Schwermer
VfL Osnabrück - Holstein Kiel: Tobias Stieler, Julius Martenstein, Philipp Hüwe, Eric Müller - Bastian Dankert, Tobias Schultes
Karlsruher SC - Arminia Bielefeld: Benjamin Brand, Patrick Hanslbauer, Jochen Gschwendtner, Lothar Ostheimer - Christof Günsch, Henry Müller
MSV Duisburg - Hansa Rostock: Harm Osmers, Stefan Zielsdorf, Andreas Steffens
Hansa Rostock - 1.FC Kaiserslautern (Di): Robert Schröder, Viatcheslav Paltchikov, Simon Rott
Bayern München II - 1860 München (Mi): Christian Dingert, Tobias Christ, Arno Blos

19. Juni 2020

32. Spieltag: Rückblick

Rückblick auf die Schiedsrichtertätigkeit in den letzten Wochentagsspielen kurz vor dem Saisonfinale.

Beginnen wir mit dem Spiel, das an beiden Enden der Tabelle am relevantesten ist:

Harm Osmers in Werder Bremen - Bayern München
Zweifelhafte Gelb-Rote Karte in der 79' gegeben; insgesamt etwas zu viele Fehler und deshalb eine schwächere Leistung
Bayerns Nr. 19 muss vom Feld verwiesen werden, und der VAR sollte eingreifen [Law 5: das Problem ist, man kann verstehen, warum er es nicht getan hat...].
Bulischiri: Es sieht so aus, als ob Werders Nr. 10 auch wegen eines Schlags in den Schritt seines Gegners bestraft werden sollte, aber wir haben hier keine eindeutigen Beweise.
Bulischiri: Eine Entscheidung, die in beide Richtungen gehen könnte (Ellenbogen im Gesicht mit einer gewissen Intensität vs. Arm in einer natürlichen Position beim Laufen auf den Ball zu, also ein Unfall)
Law 5: Interessante Situation. Es ist durchaus verständlich, dass der Schiedsrichter wahrscheinlich nicht wahrgenommen hat, was passiert ist, da es für den Werder-Spieler ziemlich überraschend war, nach dem Gewinn der Position nach hinten zu schlagen (Erwartung-Wahrnehmung-Erkennung). Das ist sicherlich auch der Grund, warum der VAR nicht eingegriffen hat, denn der Verteidiger hat die Position gewonnen. Wir stimmen Bulischiri zu - es ist schwer, hier ein verbindliches Urteil zu fällen.

Sven Jablonski in Bayer Leverkusen - 1.FC Köln
Zwei potentielle Rote Karten in diesem Spiel - 21' für ein potentielles grobes Foulspiel, bei dem der Schiedsrichter eine Verwarnung ausgesprochen hat, und 81', bei dem eine klare Gelb-Rote Karte nicht gegeben wurde. Davon abgesehen, guter Umgang mit diesem Derbyspiel, bei dem der Schiedsrichter eine recht hohe Akzeptanz bei den Spielern genoss.

Tobias Stieler in SC Freiburg - Hertha BSC
Der Schiedsrichter hatte eine hohe Anzahl von Schlüsselsituationen zu beurteilen, darunter ein korrektes Weiterspielen bei einem möglichen Strafstoß (Beinstellen) in der 14', einen etwas zweifelhaften Freistoß, der zu einem Tor in der  61' führte, und ein korrekter Strafstoß in der 64'. Einige gegebene Fouls waren etwas zu wenig, aber es gibt sonst keine wesentlichen Kritikpunkte.
Bulischiri: Einen Strafstoß zu verhängen, wäre nicht falsch und wahrscheinlich medial eher zu erwarten. Allerdings kann auch das Weiterspielen unterstützt werden, weil es keinen wirklichen Stoß mit dem Arm gibt und der Angreifer scheinbar verzögert und absichtlich fällt.
Law 5: Weiterspielen ist eine sehr gute Entscheidung - es gibt zwar einen gewissen Kontakt von hinten, aber er ist eher unbedeutend und der Angreifer versucht nicht wirklich, den Ball tatsächlich zu kontrollieren - dieser trifft ihn einfach und springr weg. Wir stimmen Bulischiri zu, ein Elfmeter wäre nicht falsch, aber weiterzuspielen ist die sachkundigere Entscheidung.
Bulischiri: Die Entscheidung ist in Ordnung, auch wenn wir nicht ganz davon überzeugt sind, dass es sich um ein zwingendes Foul handelt.
Law 5: Wir haben mehr oder weniger die völlig gegenteilige Meinung! Eindeutiges Foul, korrektes Eingreifen, und es wäre die optimale Entscheidung, Herthas Nr. 6 wegen groben Fouls (gefährlicher Kontakt am Schienbein, der Gegner wird mit voller Wucht mit dem Körper niedergestreckt) des Feldes zu verweisen; es ist aber sicher nicht schwer zu verstehen, warum der Schiedsrichter den Täter unter Berücksichtigung aller Umstände nur verwarnt hat.

Guido Winkmann in Eintracht Frankfurt - Schalke 04
Drei interessante Vorkommnisse in diesem Spiel - potenzielles Foul vor einem Tor (28'), Gelb-Rote Karte für ein als rücksichtslos bewertetes Foul (77') und eine sehr interessante Strafstoßsituation (83'). Insgesamt eine gute Leistung mit einer klugen disziplinarischen Kontrolle.

Frank Willenborg in Borussia Dortmund - FSV Mainz
Dortmund Nr.13 sollte wegen dieser Tätlichkeit des Feldes verwiesen werden; der VAR sollte eingreifen.

Bibiana Steinhaus in Union Berlin - SC Paderborn
Gut geleitetes Spiel mit wenig zu diskutieren. 

Manuel Gräfe in RB Leipzig - Fortuna Düsseldorf
Gräfe führte seine gewohnt großzügige Herangehensweise gut aus und behielt die Kontrolle über das Spiel; ein klares Foul wurde in der 87' vor einem (wichtigen) Tor nicht geahndet, der VAR griff nicht ein.
Bulischiri: Berührt der Torhüter den Ball nicht zuerst, ist ein Strafstoß zu verhängen, andernfalls ist das Weiterspielen des Schiedsrichters zu unterstützen.
Law 5: Der Torhüter berührt den Ball zwar ein wenig, aber er befindet sich immer noch deutlich in der Spieldistanz des Leipziger Spielers, als er danach vom Torwart "gefällt" wird. Ein Elfmeter sollte gegeben werden.

Robert Schröder in Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg 
Korrektes Weiterspielen in der 10' bei einem potentiellen Handspiel, das schließlich zu einem Tor führte, auch wenn das einige Zuschauer ohne Fachkenntnisse verwirrte. Angebrachte Verteilung der Karten in der Schlussphase, die die gute Leistung bestätigten.

Deniz Aytekin in FC Augsburg - 1899 Hoffenheim
Neben einem möglichen Strafstoß in der 42' ein weitgehend unauffälliges Spiel für den Schiedsrichter.

16. Juni 2020

32. Spieltag: Norddeutscher Dienstag

Die kompletten Schiedsrichteransetzungen des 32. Spieltags:

Datum
Anstoß
Spiel
Schiedsrichter, Assistenten, 4.Offizieller, Video-Assistenten
 16.06.2020
18:30
Borussia Mönchengladbach - VfL WolfsburgRobert Schröder, Jan Neitzel-P., Thomas Gorniak, Thorben Siewer, Martin Petersen, Guido Kleve
16.06.2020
   20:30Werder Bremen -              Bayern MünchenHarm Osmers, Robert Kempter, Jan Seidel, Florian Heft, Christian Dingert, Mike Pickel
16.06.2020
20:30
SC Freiburg -                    Hertha BSCTobias Stieler, Christian Gittelmann, Thomas Stein, Tobias Reichel, Tobias Welz, Rafael Foltyn
16.06.2020
20:30
Union Berlin -                        SC PaderbornBibiana Steinhaus, Stefan Lupp*, Marcel Unger, Rene Rohde, Timo Gerach, Mark Borsch
17.06.2020
18:30
Eintracht Frankfurt -        Schalke 04Guido Winkmann, Christian Bandurski, Arno Blos, Florian Badstübner, Sascha Stegemann, Mark Borsch
17.06.2020
20:30
Borussia Dortmund -            FSV MainzFrank Willenborg, Holger Henschel, Sven Waschitzki, Sören Storks, Günter Perl, Frederick Assmuth
17.06.2020
   20:30RB Leipzig -                    Fortuna DüsseldorfManuel Gräfe, Norbert Grudzinski**, Robert Wessel, Christof Günsch, Robert Kampka, Thorsten Schiffner
17.06.2020
20:30
Bayer Leverkusen -              1.FC KölnSven Jablonski, Arne Aarnink, Sascha Thielert, Marcel Pelgrim, Christian Dingert, Mike Pickel
 17.06.2020
20:30
FC Augsburg -                    1899 HoffenheimDeniz Aytekin, Christian Dietz, Eduard Beitinger, Robert Hartmann, Felix Zwayer, Rafael Foltyn
*250. BL-Spiel für Lupp
**200. BL-Spiel für Grudzinski

Weitere Ansetzungen für Bundesliga-Schiedsrichter:
Wehen Wiesbaden - 1.FC Nürnberg: Daniel Schlager, Markus Sinn, Justus Zorn, Jonas Weickenmeier - Nicolas Winter, Felix-B. Schwermer
Jahn Regensburg - Karlsruher SC: Benjamin Cortus, Christian Leicher, Tobias Endriß, Wolfgang Haslberger - Johann Pfeifer, Henrik Bramlage
Holstein Kiel - Dynamo Dresden: Patrick Ittrich, Markus Häcker, Viatcheslav Paltchikov, Franz Bokop - Sascha Stegemann, Mitja Stegemann
FC Ingolstadt - Eintracht Braunschweig: Benjamin Brand, Lothar Ostheimer, Martin Speckner
Hallescher FC - 1.FC Magdeburg: Bastian Dankert, Matthias Lämmchen, Steven Greif
Sonnenhof Großaspach - FSV Zwickau: Marco Fritz, Philipp Reitermayer, Patrick Glaser

15. Juni 2020

31. Spieltag: Rückblick

Rückblick auf den viertletzten Spieltag der Bundesliga in Zusammenarbeit mit Law 5 - The Referee.

Tobias Welz in TSG Hoffenheim - RB Leipzig 
Nicht die gleichmäßigste Foulbewertung, aber im Allgemeinen eine gute Leistung.
Knifflige Situation, aber die finale Entscheidung ist eindeutig richtig. (Bulischiri: Die lange Dauer der VAR-Prüfung ist auch verständlich, denn es gab potentiell ein weiteres, ein Abseits und eine Berührung des Schiedsrichters - aber es gibt schon noch Raum für Verbesserungen bei der Geschwindigkeit. Das Problem an der Situation ist, dass die Übersetzung in der deutschen Version der Fußballregeln irreführend ist, denn sie verlangt, dass der Spieler, der den Ball an die Hand bekommt, in Ballbesitz kommt und die folgende Torchance selbst hat. Eine Ablenkung zu einem Mitspieler ist daher im deutschen Text nicht abgedeckt).

Bastian Dankert in VfL Wolfsburg - SC Freiburg
Dem Schiedsrichter gelang es, die Kontrolle über dieses Spiel trotz der Hektik und der hohen Anzahl von Schlüsselereignissen im Spiel zu behalten, darunter ein zurecht nicht gegebener Strafstoß (potentielles Halten) in der 18' und die korrekte Erkennung eines Handspiels durch den VAR vor einem Tor in der 28'. Gute Leistung.
Korrekte Entscheidung, da das Foul vor dem Abseits erfolgt, welches SRA Rene Rohde selbst hätte sehen müssen. Gelbe Karte ist korrekt, da der Tritt an den Kopf nicht frontal erfolgte (Law 5: Ich frage mich, ob eine Rote Karte hier noch möglich wäre).
Bulischiri: Mehr Strafstoß als keiner, aber da die wirklichen Auswirkungen des Beineinsatzes etwas unklar sind, ist das Weiterspielen immer noch vertretbar.
Law 5: Es ist eine schwierig wahrzunehmende Situation, besonders auf der Ebene Erwartung-Wahrnehmung-Erkennung, wenn man die Position beider Spieler berücksichtigt. Aber am Ende ist es ein klarer Strafstoß. VAR sollte eingreifen.

Sascha Stegemann in Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund 
Solide und weitestgehend unumstrittene Leistung.
Bulischiri: Technisch gesehen ist es eine Schwarz-Weiß-Entscheidung, deshalb ist es korrekt, sie ohne OFR zu lösen. Allerdings ist es ziemlich schwer zu bestimmen (mit dem aktuellen Regeltext 19/20), ob der Ball den Arm oder die Schulter trifft. Alle drei Lösungen (kein Eingreifen, VAR greift ohne OFR ein, VAR empfiehlt einen OFR, damit der Schiedsrichter entscheiden kann) scheinen hier vertretbar zu sein, wobei die Bestrafung des Handspiels die beste Variante zu sein scheint.
Law 5: Aus der Wiederholung bei Spielminute 65:02 scheint mir das Handspiel ziemlich klar zu sein. Vielleicht ein Fall, in dem es für den Schiedsrichter besser ist, sich die Aufnahmen selbst anzuschauen, als die Entscheidung für ihn treffen zu lassen, aber das Tor scheint am Ende korrekt nicht anerkannt worden zu sein.

Robert Hartmann in Hertha BSC - Eintracht Frankfurt
Zufriedenstellende Leistung, die aber auch Fehler enthielt, wie z.B. eine deutlich fehlende Verwarnung in der 48' (rücksichtslos), wo sogar kein Foul gegeben wurde.
Die finale Entscheidung ist richtig. (Bulischiri: Wurde ein OFR hier wirklich gebraucht? Vielleicht wollte das VAR-Team, dass der Schiedsrichter bestätigt, dass die Entscheidung auf Foul richtig war. Sehr gute Vorgehensweise, den Kapitänen die Gründe für den Wechsel zu erklären, anstatt den Spieler kurzzeitig auf das Spielfeld zurückzurufen, nur um ihn sofort wieder des Feldes zu verweisen.)

Martin Petersen in 1.FC Köln - Union Berlin
Etwas kleinliche, aber konsequente Zweikampfbewertung für dieses Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf; insgesamt hat der Schiedsrichter das Spiel gut gelöst.
Bulischiri: Kein Elfmeter ist die richtige Entscheidung; nach der Stellungnahme des DFB zum Elfmeter aus dem Spiel Paderborn - Dortmund ist es aber etwas überraschend, dass der VAR interveniert hat.
Law 5: Wie in der erwähnten Situation wird der Arm des Abwehrspielers "herausgedrückt", als er den Ball trifft, aber er bewegt sich nicht auf den Ball zu - ein verständlicher Wahrnehmungsfehler von SRA Alexander Sather. Sehr guter Einsatz vom VAR, um die Entscheidung zu kippen: gut gemacht.
Bulischiri: Grauzone. Ein Strafstoß wäre nicht falsch, aber es gibt keinen eindeutigen Stoß gegen den Angreifer, der leicht zu Boden zu gehen scheint. VAR sollte jede der beiden Entscheidungen unterstützen.
Law 5: Brillante Entscheidung des Schiedsrichters, hier weiterzuspielen! Während der Angreifer dem Ball größtenteils vernünftig folgt, versucht er am Ende nicht mehr, den Ball zu erreichen, da er weiß, dass der Verteidiger auf ihn zuläuft, um einen Elfmeter zu gewinnen. Der Schiedsrichter nimmt die Situation perfekt wahr. Ich persönlich würde es gerne sehen, wenn der VAR eingreifen würde, wenn ein Elfmeter zugesprochen worden wäre, aber ich kann die Argumente dagegen verstehen.

Christian Dingert in SC Paderborn 07 - Werder Bremen
Ziemlich gute Leistung in einem weiteren wichtigen Spiel im Abstiegskampf. Korrekter Strafstoß (Handspiel) in der 19' und die disziplinarische Kontrolle war - abgesehen von einer versäumten Verwarnung in der 80' - sehr gut; die hohe Zahl der Verwarnungen war gerechtfertigt.
Richtige Entscheidung, sehr gut gesehen.

Felix Zwayer in Bayern München - Borussia Mönchengladbach
Außer einer fehlenden Verwarnung (unsportliches Verhalten) in der 34', eine gute Leistung in einem insgesamt eher lockeren Spiel. 

Marco Fritz in FSV Mainz - FC Augsburg
Der Schiedsrichter hatte das Spiel immer unter Kontrolle, gute disziplinarische Entscheidungen.

Daniel Siebert in Schalke 04 - Bayer Leverkusen
Der Schiedsrichter sah sich einem harten Spiel gegenüber, einschließlich Szenen wie dieser Rudelbildung, die sich aus einer Situation in der 56' ergab. Weder seine Entscheidungen, die schwer vorhersehbar waren und die Spieler unruhiger machten, noch seine Persönlichkeit konnten dieses Spiel wirklich beruhigen. Kein befriedigender Eindruck.
Bulischiri: Äußerst schwierige Situation. Einerseits ist das Handspiel theoretisch durchaus strafbar (Körperhaltung) und der Kontakt des Schalke-Spielers ist eigentlich kein Foul (der Kontakt wird auch durch die Armbewegung verursacht). Zum anderen glauben wir, dass die meisten neutralen Zuschauer für so etwas keinen Strafstoß sehen wollen - weil der Arm vom Gegner in diese Position bewegt wird. Der Strafstoß ist also nicht im Sinne des Spiels, und ein Defensiv-Freistoß ist vielleicht cleverer - aber nicht unbedingt korrekter (siehe oben).
Aufgrund dieser Fragezeichen ist auch die VAR-Intervention umstritten. Einerseits kann man das Handspiel als eindeutig strafbar und als "verpassten Vorfall" (wichtig im DFB) bezeichnen - andererseits könnte man argumentieren, dass es für die DFB-Norm zu unklar ist ("nicht detektivisch arbeiten").
Law 5: Bulischiri analysiert die Situation sehr gut und ich habe nur kleine Punkte hinzuzufügen. Der Schiedsrichter spricht den Elfmeter aus, nachdem er durch die weite Kamera-Perspektive überzeugt wurde, die nicht die Entstehung des Handspiels zeigt (Arm wird vom Gegner gegen den Ball gedrückt), was nicht ideal ist, denn das ist hier der Schlüssel. Meine starke, starke Präferenz gilt dem Verzicht auf einen Elfmeter, sei es durch einen defensiven Freistoß oder einfach nur weiterspielen.
Knifflige Situation, aber meiner Meinung nach ist dies eine Szene, in der die Suche nach der technokratischsten Lösung nicht die befriedigendste Antwort liefert.


Soweit Umfragen wie diese ernst zu nehmen sind - dieses Statement steht vor dem Hintergrund, dass laut einer aktuellen Umfrage auf kicker.de 87% der Fußballfans die Interpretation des DFB zum Umgang mit Handspielen inzwischen nicht mehr verstehen.