27. November 2013

13. Spieltag: Beobachtungen

Am 13. Spieltag haben wir für folgende Spiele und Schiedsrichter inoffizielle Beobachtungen durchgeführt und Bewertungsbögen erstellt:

1.FC Nürnberg - VfL Wolfsburg, SR: Welz
Hamburger SV - Hannover 96, SR: Fritz
Werder Bremen - FSV Mainz 05, SR: Sippel



SCHIEDSRICHTER-BEOBACHTUNG (buli-schiri.blogspot.de)
1.FC NÜRNBERG
1:1
VFL WOLFSBURG

SCHIEDSRICHTERTEAM

Name

Note
Schwierigkeit

Schiedsrichter
Tobias Welz

8,1
Normal
Assistent 1
Rafael Foltyn

8,5
Schwer
Assistent 2
Martin Thomsen

8,3
Normal
4. Offizieller
Patrick Ittrich

8,4
Normal
Blog-Beobachter
Hagi




Beschreibung des Spiels
Vor knapp 36.000 Zuschauern entwickelte sich ein im großen und ganzen faires Spiel, in
dem der Schiedsrichter zu keinem Zeitpunkt über Maß gefordert war. Angesichts des
ersten Auftritts von Nürnbergs Ex-Trainer Dieter Hecking, dem die Fans seinen Abgang
noch nicht verziehen haben, hätte man hier eine hitzigere Stimmung erwarten können.
Die Spieler benahmen sich aber und stellten den Schiedsrichter vor keine großen
Herausforderungen.

Bewertung der SCHIEDSRICHTER-Leistung
Inhalt: 1. Anwendung und Interpretation der Regeln, Disziplinarkontrolle und (technisches) Management des Spiels. - 2. Adäquate Positionierung und Bewegung, Antizipation von Situationen, allgemeine Aufmerksamkeit und körperliche Fitness – 3.Persönlichkeit und taktisches Herangehensweise -4. Zusammenarbeit im Gespann

In der ersten Halbzeit war Tobias Welz vollkommen akzeptiert. Er hatte keinerlei
Probleme bei der Zweikampfbewertung und war immer am Brennpunkt, wenn er gefordert
war. Sowohl die Gelbe Karte gegen Mike Frantz (29.), der seinem Gegenspieler ohne
Chance auf den Ball ein Bein gestellt hatte, als auch die gegen Diego (30.), der mit einem
taktischen Foulspiel einen Nürnberger Konter unterbunden hatte, waren korrekt.
Hervorzuheben ist der Umgang mit den Spielern, besonders blieb dabei die Szene in der
37. Minute in Erinnerung, als er mit dem foulspielenden Adam Hlousek scherzte und
damit von Anfang an das Konfliktpotential entschärfte.
In der 46. Minute allerdings unterlief dem Wiesbadener ein schwerwiegender Fehler. Mike
Frantz, bereits vorverwarnt, foulte im Mittelfeld seinen Gegenspieler Maximilian Arnold:
Nürnbergs Mittelfeldspieler kam aus einem Meter angeflogen und traf den Wolfsburger mit
den Stollen an der Seite. Man kann ihm zwar zugutehalten, dass er noch zurückzieht und
den Ball trifft, dennoch geschah dieses Foul rücksichtslos. Erschwerend kommt noch
hinzu, dass sich Frantz mit einer deutlichen „Abwink“-Geste über den Foulpfiff beschwert.
Hier hätte der SR die Gelb-Rote Karte zeigen müssen, er ermahnte jedoch Frantz nicht
einmal. Das lag wohl daran, dass er die komplette Szene völlig unterschätzt hat, was man
auch an seinem überraschend kurzen Pfiff erkennen konnte. Dennoch war er im
Folgenden ohne Frage weiterhin vollkommen akzeptiert, auch seine Entscheidung, keine
Karte auszupacken stieß bei den Spielern auf keine großen Proteste.
Souverän löste er die Situation in der 57. Minute, als aus dem Nürnberger Block bei einer
Diego-Ecke ein Bierbecher flog. Auch zeigte er gute Präsenz in der 90+1. Minute, die im
Duell Ginczek gegen Diego wohl schlimmeres verhinderte. Allgemein ist Tobias Welz,
abgesehen von der Situation in der 46. Minute eine nahezu fehlerlose
Zweikampfbewertung und Bewertung der persönlichen Strafen zu bescheinigen.
Läuferisch gab es keine negativen Auffälligkeiten, er war immer da, wo er benötigt wurde.
Die Zusammenarbeit mit seinen Assistenten lief reibungslos. Abgesehen von der 46.
Minute kann man ihm eine sehr gute Leistung bescheinigen.

 
Leistung des 1. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

SRA Rafael Foltyn zeigte eine sehr gute Leistung. Sämtliche Abseitsentscheidungen
wurden richtig getroffen (z.B. 14. Minute), obwohl sie teilweise ziemlich knapp waren.
Besonders fiel sein gutes Wait-and-See in der 60. Minute auf, als der Nürnberger Stürmer
im Abseits stand, aber den Ball durchließ. Hier hätten einige Assistenten zu schnell
gewunken. Hervorzuheben auch die Situation in der 67. Minute, als Benaglio den Ball
ganz knapp auf der Strafraumlinie festhielt und das Gespann daher korrekterweise
weiterspielen ließ. Einwurf- und Foulentscheidungen bereiteten ihm keinerlei Probleme.

Leistung des 2. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

SRA Martin Thomsen hatte leider nicht so viel Fortune mit seinen Abseitsentscheidungen
wie sein Gegenüber. In der 17. Minute hob er zu Unrecht nach einem Pass von Josip
Drmic auf Adam Hlousek die Fahne. Auf der anderen Seite ließ er in der 72. Minute die
Fahne vor einer Wolfsburger Großchance unten, obwohl eine – wenn auch knappe –
Abseitsstellung vorlag. Das knappe Abseits in der 41. Minute hingegen hatte er richtig
erkannt. In der 18. Minute lag er mit seiner knappen Ausball-Entscheidung richtig, ebenso
wie mit der Entscheidung, Timothy Chandler in der 41. Minute keinen Freistoß zu
gewähren. Die übrigen Einwurf- und Foulentscheidungen traf er ebenfalls korrekt.

Leistung des 4. OFFIZIELLEN
Inhalt: Ausführung seiner technischen Aufgaben, Kontrolle der Trainerbänke, wichtige Eingriffe in die Spielleitung

Der vierte Offizielle Patrick Ittrich verlebte einen ruhigen Nachmittag. Obwohl gerade
Dieter Hecking als Wüterich an der Linie bekannt ist, hatte er mit den Trainerbänken
keinerlei Probleme. Auch die Auswechslungen wurden anweisungsgemäß vollzogen

Beobachtet von: Hagi
23.11.2013



SCHIEDSRICHTER-BEOBACHTUNG (buli-schiri.blogspot.de)
HAMBURGER SV
3:1
HANNOVER 96

SCHIEDSRICHTERTEAM

Name

Note
Schwierigkeit

Schiedsrichter
Marco Fritz

8,4
Normal
Assistent 1
Dominik Schaal

8,5
Schwer
Assistent 2
Jan Seidel

8,3
Normal
4. Offizieller
Daniel Siebert

8,4
Normal
Blog-Beobachter
Philipp S




Beschreibung des Spiels
Nach einer schwachen, langweiligen Anfangsphase konnte Hannover durch einen individuellen Fehler der HSV-Abwehr in Führung gehen. Diese wurde aber von den Gastgebern umgehend ausgeglichen. Die zweite Halbzeit begann mit dem schnellen Führungstreffer der Hamburger und einer anschließenden Phase, in der das Spiel deutlich besser und schneller als in der ersten Halbzeit war und einige Chancen entstanden. Dabei war der HSV die etwas bessere Mannschaft, konnte das wieder schwächer werdende Spiel aber erst in der 84. Minute mit dem 3:1 entscheiden. Insgesamt ein recht schwaches Spiel mit einem verdienten Sieger.
Für den Schiedsrichter waren die Anforderungen zunächst gering, da auf dem Platz von einem Derby wenig zu spüren war und die Spieler sich fair verhielten. Die Kontrolle stellte also kein Problem dar. Mit zunehmender Spieldauer musste der Schiedsrichter aber häufiger eingreifen mit dem Platzverweis in der Schlussminute als Höhepunkt. Insgesamt eine Partie mit normaler Schwierigkeit.

Bewertung der SCHIEDSRICHTER-Leistung
Inhalt: 1. Anwendung und Interpretation der Regeln, Disziplinarkontrolle und (technisches) Management des Spiels. - 2. Adäquate Positionierung und Bewegung, Antizipation von Situationen, allgemeine Aufmerksamkeit und körperliche Fitness – 3.Persönlichkeit und taktisches Herangehensweise -4. Zusammenarbeit im Gespann

Für das Nordderby hat der DFB FIFA-Schiedsrichter Marco Fritz angesetzt. Der 36-Jährige konnte durch eine im Allgemeinen gute Zweikampfbewertung überzeugen. Dabei unterbrach er das Spiel allerdings eher zu häufig als zu wenig, eine etwas großzügigere Linie wäre möglich gewesen. Klare Fehler waren aber nicht zu erkennen. Die Verteilung der Karten war nachvollziehbar. Die ersten drei Karten gab es für die Verhinderung von aussichstreichen Angriffen (26': Beister, 38': Schulz, 60': Sane). In der 81. Minute gab es dann eine Gelbe Karte gegen Ilicevic, wo der Grund nicht ganz klar ist, vermutlich war es zu starker Protest. Die zweite Gelbe Karte für Sane in der 90. Minute für gefährliches Spiel mit Gegnerberührung war korrekt, aber nicht zwingend. Danach gab es für Hustzi noch eine weiter vertretbare Karte für ein zu hartes Einsteigen. Fritz sollte versuchen, häufiger das Mittel der deutlichen Ermahnung zu nutzen, dies war fast nie zu beobachten. Damit lassen sich womöglich Karten vermeiden und es ist eine bessere Differenzierung bei der Beurteilung von Fouls möglich. Außer den Karten gab es nur eine wichtige Entscheidung, nämlich vor dem 1:1 nicht ein Foulspiel gegen den Torwart zu ahnden. Da der Kontakt nur sehr leicht war, geht diese Entscheidung in Ordnung. Stellungsspiel und Fitness waren auf dem in der Bundesliga zu erwartenden Niveau. Die Zusammenarbeit im Team war gut, die Assistenten haben Fritz in ihrem Bereich desöfteren unterstützt.
Insgesamt war es eine gute Leistung, mit einem hohen Anteil an richtigen Entscheidungen und ohne große Fehler. Verbesserungsmöglichkeiten bestehen darin, nicht zu kleinlich zu pfeifen, wenn das Spiel es nicht erfordert und häufiger mündliche Ermahnungen auszusprechen. .

 
Leistung des 1. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

Dominik Schaal war in diesem Spiel stark gefordert, da er einige knappe Abseitsentscheidungen beurteilen musste. Dies gelang ihm meist (3', 14', 21', 57'). Falsch lag er dabei in der 17. Minute und beim Treffer zum 2:1. Letztere Situation war allerdings so knapp (“Gleiche Höhe”), dass man sie nicht als Fehler anrechnen kann. Zusätzlich hat er womöglich einen Hinweis beim Platzverweis gegeben.

Leistung des 2. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

Im Gegensatz zu Schaal hatte Jan Seidel keine nennenswerten Abseitssituationen zu beurteilen. Er hat allerdings einen Eckball (16') und ein Foul in seinem Bereich (22') übersehen.

Leistung des 4. OFFIZIELLEN
Inhalt: Ausführung seiner technischen Aufgaben, Kontrolle der Trainerbänke, wichtige Eingriffe in die Spielleitung


Keine besonderen Vorkomnisse, die Trainer haben sich benommen, die Auswechslungen liefen problemlos.


Beobachtet von: Philipp S
24.11.2013






SCHIEDSRICHTER-BEOBACHTUNG (buli-schiri.blogspot.de)
BREMEN
2:3
MAINZ 05

SCHIEDSRICHTERTEAM

Name

Note
Schwierigkeit

Schiedsrichter
Peter Sippel

8,4
Normal
Assistent 1
Christian Leicher

8,6
Normal
Assistent 2
Markus Schüller

8,6
Normal
4. Offizieller
Stefan Trautmann

8,4
Normal
Blog-Beobachter
Jens



Beschreibung des Spiels
Den Abschluss des 13. Spieltages sollten Bremen und Mainz gestalten. Das Spiel unter Flutlicht war teilweise sehr zerfahren, vor allem je zu Beginn der Halbzeiten. Dabei erwischte Mainz den besseren Start, weil durch Pressing aggressiver. Bremen dagegen wirkte unkonzentriert, so dass die frühe 2:0-Führung für die Rheinhessen folgerichtig war. Bremen fand erst langsam ins Spiel, das mit zunehmender Spielzeit aber immer unflüssiger wurde. Nach der Halbzeit passierte lange so gut wie nichts, bis plötzlich Mainz erhöhte. Die Hausherren hatten die Kontrolle eigentlich weitgehend übernommen. Die Mainzer verlegten sich auf die Ergebnisverwaltung, und so gelangen den Nordlichtern kurz vor Schluss noch zwei Treffer, die Mainz aber den Sieg nicht nehmen konnten. Der FSV nutzte seine Chancen eiskalt und konsequent.
Für den Schiedsrichter, der der Trikotauswahl der Regel völlig korrekt entsprochen hatte, war das Spiel wegen der Intensität und zahlreichen, auch kleineren Fouls, nicht ganz einfach zu leiten. 

Bewertung der SCHIEDSRICHTER-Leistung
Inhalt: 1. Anwendung und Interpretation der Regeln, Disziplinarkontrolle und (technisches) Management des Spiels. - 2. Adäquate Positionierung und Bewegung, Antizipation von Situationen, allgemeine Aufmerksamkeit und körperliche Fitness – 3.Persönlichkeit und taktisches Herangehensweise -4. Zusammenarbeit im Gespann

Für ein wohl vorab als umkämpft erwartetes Spiel hat der DFB seinen erfahrenen Schiedsrichter Peter Sippel angesetzt. Aufgrund zahlreicher Foulspiele in der Partie hatte er kaum einen Spielraum, großzügig zu pfeifen und das Spiel laufen zu lassen. Er versuchte dies aber an einigen Stellen, in denen der Ball gespielt worden sein soll, lag damit aber manchmal falsch. Ein, zwei Foul-Entscheidungen (z.B. 54.) waren ebenfalls nicht angebracht. Bei härterem Einsteigen bzw. taktischen Fouls zeigte er die nötigen gelben Karten. Besonders positiv fiel er bei einem taktischen Doppelfoul der Bremer (13.) auf, das er korrekt ahndete. Alles in allem waren die entscheidenden Pfiffe richtig.
Seine Physis war auf dem zu erwartenden hohen Niveau. Jedoch befand er sich oftmals weit ab vom Geschehen/Ball, wobei er sich aber auf seine Assistenten verlassen konnte und wollte, zumal diese seine festen Gespannpartner waren. Diese Linie hätte er nach Erkennen der Intensität und der zahlreichen Fouls ändern können und sollen.
Sippel leitete das Spiel souverän und hatte die gesamte Zeit Kontrolle. Seine Entscheidungen wurden kaum angezweifelt, was auch daran gelegen haben könnte, dass er diese sofort erklärte, wenn nötig. Er blieb stets ruhig und klärte kleinere Situationen am Spielfeldrand völlig unproblematisch und unauffällig im Gespann.
Insgesamt war es eine gute Leistung in einem mittelschweren Spiel.

 
Leistung des 1. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

Er hatte in diesem Spiel nicht allzu viel zu tun; seine Abseitsentscheidungen (11., 33., 40., 66., 85. (nachher Tor) waren korrekt. Er machte immer einen aufmerksamen und konzentrierten Eindruck. Sehr gute Leistung.

Leistung des 2. ASSISTENTEN
Inhalt: 1. Adäquate Positionierung und Bewegung, Fitness und Ausdauer, Fahnentechnik, Aufmerksamkeit und Reaktion auf Situationen in seinem Zuständigkeitsbereich – 2. Entscheidungen (Abseits, Aus, Foul)

Er hatte (noch) etwas weniger Arbeit als sein Kollege. Wenn er aber gefordert wurde, war er zur Stelle. Entscheidende, z.T. sehr knappe Abseitssituationen wurden alle korrekt bewertet [22. (sehr gut), 68., 70. (Tor)]. Er unterstützte Sippel auch in einer Foulspiel-Entscheidung. Es war also eine fehlerfreie Leistung.

Leistung des 4. OFFIZIELLEN
Inhalt: Ausführung seiner technischen Aufgaben, Kontrolle der Trainerbänke, wichtige Eingriffe in die Spielleitung

Er hat seine Aufgabe sehr zufriedenstellend gelöst. Ruhig, gelassen und von beiden Trainern akzeptiert.

  Beobachtet von: Jens

24.11.2013

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