1. November 2012

Fingerspitzengefühl war in Karlsruhe Mangelware

Eine der kontroversesten Szenen der 2. Hauptrunde des DFB Pokals ereignete sich sicherlich beim gestrigen Duell zwischen dem Karlsruher SC und MSV Duisburg. Das Spiel selbst stand zwischenzeitlich auf der Kippe und enthielt all das, was man sich von einer typischen Pokalschlacht erhofft (mal ganz abgesehen von fehlender fußballerischen Klasse). Dazu trug auch Bundesligaschiedsrichter Tobias Stieler aus Obertshausen - jedoch unnötigerweise - bei.

Nach vielen kleinlichen Pfiffen und teilweise überzogenen gelben Karten (eine davon führte zum harten Platzverweis gegen Duisburgs Sukalo) fand das mangelnde Fingerspitzengefühl beim jungen Schiedsrichter seinen Höhepunkt in der Hinausstellung des MSV-Schlussmannes Felix Wiedwald, die das hier verlinkte Video zeigt.


Fraglos belegen die Kamerabilder, dass es keinesfalls Wiedwalds Absicht war, Tobias Stieler in irgendeiner Form mit seinem Ballwurf zu treffen oder auch nur den Anschein zu erwecken, er habe dies versucht. Zudem flog der Ball rund einen, vielleicht sogar zwei Meter an Stieler vorbei, ohne ihn zu berühren. Auch Wiedwalds Gesten deuten im Nachhinein an, dass es sich hierbei um einen typischen Vorgang handelte, das Spiel nach dem späten Gegentor zu beschleunigen. Was Stieler dann bewegt hat, in dieser drastischen und mehr als überzogenen Weise zu reagieren, bleibt sein Geheimnis. Dem DFB sollte es zu denken geben, dass Fingerspitzengefühl und gesunder Menschenverstand derartige Mangelware zu sein scheint. Hätte man so etwas von einem Knut Kircher gesehen? Niemals. Vermutlich wäre er zunächst einmal in der Lage gewesen, das Geschehnis richtig einzuordnen, und falls ihm Zweifel geblieben wären, hätte er wahrscheinlich das Gespräch mit dem Torhüter gesucht.
Die Dünnhäutigkeit, die Stieler an den Tag gelegt hat, zeigt sich bei ihm selbst nicht zum ersten Mal (erinnert sei an den Platzverweis im Spiel zwischen Greuther Fürth und Dynamo Dresden im Jahr 2011), ist aber vielmehr ein Grund dafür, dass sowohl Spielern als auch Fans eine Annäherung oder zumindest ein höheres Verständnis für die Arbeit eines Schiedsrichters erschwert wird.

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